Verbandsratssitzung AM Suisse 2026


06.11.26 - Die Verbandsratssitzung 2026 des AM Suisse fand am 6. November in Aarberg statt. Das Wichtigste finden Sie hier zusammengefasst.



Nach den Fachverbandsversammlungen der Agrotec Suisse und Metaltec Suisse am Vormittag und einem stärkenden Stehlunch eröffnete der AM Suisse-Zentralpräsident Peter Meier um 13.30 Uhr die Verbandsratssitzung 2026 im neuen Campus des Bildungszentrums Aarberg. 

«Der AM Suisse hat ein gutes Jahr hinter sich», konnte der Zentralpräsident verkünden. Er erinnerte an den reibungslosen Abstimmungen und Wahlen an der letzten Delegiertenversammlung in Bad Ragaz. Die Zahlen per 30. September kündigen auch einen guten finanziellen Jahresabschluss 2026 an. Aufgrund per 2026 erhöhten Beiträge für Nichtmitglieder im Berufsbildungsfonds sind die Einnahmen 2026 gestiegen. Davon profitieren werden alle Sparten und vor allem der Nachwuchs für die Berufe unserer Branchen. 

Die jährlichen Lohnverhandlungen mit den Gewerkschaften konnten am 20. Oktober abgeschlossen werden. Die Verhandlungen über einen neuen Landesgesamtarbeitsvertrag (LGAV) ab 2028 laufen. An der Delegiertenversammlung im Juni 2027 in Solothurn soll darüber abgestimmt werden. 

Politisch liegt der Fokus ebenfalls auf dem Gesamtarbeitsvertrag. Nachdem Stände- und Nationalrat in unserem Sinne den Vorrang von allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsverträgen vor kantonalen Mindestlöhnen bestätigt und gesetzlich verankert hatten, wurde von linken Parteien und den Gewerkschaften das Referendum ergriffen. Im Februar 2027 wird eine Volksabstimmung darüber abgehalten. Peter Meier rief die Anwesenden eindringlich dazu auf, sich für eine Ablehnung des Referendums einzusetzen. Ein weiterer aktueller Schwerpunkt in der politischen Arbeit des Verbandes liegt im Engagement gegen die Kürzung von Bundesgeldern für die SwissSkills. Die politische Interessensvertretung erfolgt stets in enger Abstimmung mit den drei wichtigsten Dachverbänden: dem Schweizerischen Arbeitgeberverband, Bauenschweiz und dem Schweizerischen Gewerbeverband. 

Mit dem Versprechen, bei diesen für die Mitglieder wichtigen Themen am Ball zu bleiben, beendete der Zentralpräsident seine Begrüssungsrede und kündigte den statutarischen Teil der Versammlung an. 

Statutarisches und Protokollgenehmigung 
Als Auftakt zum statutarischen Teil der Verbandsratssitzung wurde das Abstimmungs- und Wahlbüro bestellt und auf die Genehmigung des Protokolls des Verbandsrats 2025 hingewiesen. 

Arbeitsprogramm 2027
Peter Meier stellte die gemeinsamen Verbandsaufgaben vor. Dabei fasste er die Schwerpunkte der Verbandsführung, Öffentlichkeitsarbeit und Interessensvertretung noch einmal zusammen. Die Zusammenarbeit mit den nationalen Spitzenverbänden SGV und SAV sind und bleiben zentral, um den Zugang zur nationalen Politik und Schlüsselbehörden wie dem Seco zu sichern. 

In der Bildungspolitik ist die Mitwirkung an der Bildungsstrategie 2030 des Bundes und in den zentralen nationalen Gremien wie der EDK, SBBK und dem SBFI von grosser Bedeutung. 

Aktuell laufen die Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern zum neuen LGAV ab 2028, über deren Resultate die Delegiertenversammlung im Juni 2027 abstimmen soll. 

Der Zentralpräsident wies auf die Wichtigkeit der jährlichen Lohnumfragen hin, erwähnte den Wirtschafsbarometer und kündigte für 2027 den alle zwei Jahre stattfindenden Betriebsvergleich an. Bei dieser Gelegenheit dankte er für die Teilnahme an allen Umfragen, welche eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Verbandsaktivitäten bilden. 

Paul Furrer, Zentralvorstand für das Ressort Bildungszentrum Aarberg, stellte das Arbeitsprogramm 2027 des Bildungszentrums vor. Mit der Eröffnung des Erweiterungsbaus ist das Projekt «Campus BZA» realisiert. Der Betrieb läuft reibungslos, die operative Integration der Gastronomie (Verpflegung und Übernachtung) in den Schulbetrieb wird laufend optimiert. Das integrierte Gastronomieangebot macht das BZA als Bildungspartner noch attraktiver. 

Des Weiteren sollen die Vorbereitungskurse für die eidgenössischen Prüfungen laufend optimiert und das Weiterbildungsangebot im Metallbau weiterentwickelt werden. Das Modul 4 für Metallbau Werkstatt- und Montageleiter und Metallbau Planer wurde zum festen Bestandteil des Bildungsangebots, die Einführung weiterer Module wird folgen. 

Budget 2027 
Zentralpräsident Peter Meier präsentierte einleitend die aktuelle Finanzlage des AM Suisse. Der Verband ist dank weiterhin stabilen Finanzen für die Zukunft finanziell gut aufgestellt und sollte das Jahr 2026 im positiven Bereich abschliessen können. 

Die Details zum Budget 2027 sind den Teilnehmenden im Vorfeld zugestellt worden. Peter Meier fasste das Wichtigste zu den «Gemeinsamen Verbandsaufgaben inklusive Immobilien» zusammen. Für 2027 wird ein höherer Gewinn budgetiert als dieses Jahr. Dies geht vor allem auf höhere Erträge aus Mitgliederbeiträgen wie auch aus Dienstleistungen für Mandanten zurück. 

Paul Furrer präsentierte die wichtigsten Kenngrössen des Budgets 2027 für das Bildungszentrum Aarberg. Infolge der Eröffnung des neuen Campus mit Beherbergungs- und Verpflegungsbetrieb wird einerseits mit einem höheren betrieblichen Ertrag gerechnet, andererseits auch mit höheren Kosten, insbesondere für Material und Personal. In der Summe rechnet das BZA mit einem verbesserten Bruttoergebnis und plant, 2027 mit einem moderaten Gewinn abzuschliessen. 

Lohnanpassungen 2027 
Der Direktor AM Suisse, Bernhard von Mühlenen, informierte über die Resultate aus den Lohnverhandlungen vom 20. Oktober 2026 mit den Gewerkschaften. Es wurde per 2027 eine generelle Lohnerhöhung für alle dem LGAV unterstellten Arbeitnehmenden um 55 Franken bei Vollzeitanstellung (Teilzeitangestellte pro rata) vereinbart. Diese Anspruchsberechtigung gilt nur für Arbeitnehmende, die vor dem 1. Juli 2026 im Betrieb angestellt waren. Weiter dürfen alle unterjährigen Lohnerhöhungen, die ab dem 1. Februar 2026 gewährt wurden, angerechnet werden. Die generelle Lohnanapassung steht nur Arbeitnehmenden zu, die am 1. Januar 2027 in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen. Die PLKM wird in den nächsten Tagen schriftlich im Detail informieren. 

Abstimmungen 
Die Stimmberechtigten nahmen sowohl das Arbeitsprogramm 2027 für den Bereich GVA als auch BZA einstimmig an. Ebenfalls einstimmig angenommen wurden die Mitgliederbeiträge des AM Suisse in unveränderter Höhe. 

Peter Meier präsentierte dem Verbandsrat einen Überblick der Entwicklung des Beitragsmaximums der Mitgliederbeiträge. Aufgrund aktueller Analysen sprach sich der Zentralvorstand für ein unverändertes Beitragsmaximum 2027 aus. Die Mehrheit befürwortete in einer Konsultativabstimmung, dass sich der Verband weiter mit dem Thema Beitragsmaximum befassen soll. 

Ebenfalls genehmigte der Verbandsrat einstimmig das Budget 2027 für den Bereich GVA inklusive Immobilien sowie für das BZA. Auch die Lohnanpassungen 2027 wurden einstimmig angenommen. 

Anträge 
Anträge waren keine zur Abstimmung eingereicht worden. 

Wichtigste Termine 2027 
Der Terminplan 2027 ist dem Verbandsrat als Beilage zugestellt worden. Als Übersicht hier die wichtigsten Termine des kommenden Jahres:

  • 18.06.2027: Fachverbandsversammlungen und Delegiertenversammlung AM Suisse, Solothurn
  • 14.-18.09.2027: SwissSkills 2027, Bern
  • 05.11.2027: Fachverbandsversammlungen und Verbandsratssitzung AM Suisse, Luzern

GPK-Bericht 
Hans Schneiter, Präsident der Geschäftsprüfungskommission, erstattete mündlich Bericht aus der GPK. Diese trat 2026 zu drei ordentlichen Sitzungen zusammen: Die Fragen konnten umfassend und zur vollen Zufriedenheit der GPK beantwortet werden. Hans Schneiter bedankte sich für die im Jahr 2026 geleistete Arbeit. 

Erweiterung Campus BZA 
Peter Joos berichtete als Gesandter des Zentralvortandes in der Baukommission über das vollendete Projekt Campus BZA. Der Verbandsrat hatte das Projekt vor genau 36 Monaten in Auftrag gegeben. Es folgten 23 intensive Monate der Planung, Bewilligung und Ausschreibung. Innerhalb von nur 13 weiteren Monate wurde der Erweiterungsbau fertiggestellt, der Campus ist seit September in Betrieb. Aus dem Projekt ist inzwischen ein lebendiger Teil des Bildungszentrums Aarberg geworden. Der neue Campus bietet 44 Zimmer für die Übernachtung von Kursteilnehmenden inklusive Restaurant für die Verpflegung. Zudem erweitern im Neubau neue, topmodern ausgestattete und modular konzipierte Schulungsräume das Platzangebot des Bildungszentrums. Peter Joos dankte an dieser Stelle allen Beteiligten und Unterstützern und freute sich, dem Publikum das Gebäude nach Abschluss der Versammlung direkt vor Ort zeigen zu dürfen. 

Abschluss und Abendprogramm 
Zentralpräsident Peter Meier schloss mit weiteren Worten des Dankes die Verbandsratssitzung 2026 und lud zum Apéro im neuen Gebäude des BZA Campus ein. Dort konnten die Teilnehmer an der anschliessenden Führung den neuen Campus von innen kennenlernen, danach fand der offizielle Festakt zur Eröffnung mit der symbolischen Schlüsselübergabe statt. Ein Abendessen mit Unterhaltungsprogramm liessen den Tag in feierlicher Stimmung ausklingen.

Links 
Weiterführende Informationen zu den beiden Fachverbandsversammlungen finden Sie unter folgenden Links. 

Bericht FVV Metaltec Suisse 
Bericht FVV Agrotec Suisse   

 

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