Fachverbandsversammlung Metaltec Suisse im Herbst 2026


06.11.26 - Die zweite Fachverbandsversammlung von Metaltec Suisse des Jahres fand am 6. November 2026 in Aarberg statt. Das Arbeitsprogramm, die Mitgliederbeiträge und das Budget 2027 wurden genehmigt.



Am 6. November 2026, nach einem Begrüssungskaffee im neu eröffneten Campus, begrüsste Oliver Däschler die Stimmberechtigten und Gäste zur 35. Fachverbandsversammlung Metaltec Suisse im Bildungszentrum Aarberg. 

Mehr Sichtbarkeit für Metall am Bau 
Seine Ansprache leitete der Fachverbandspräsident mit einer rhetorischen Frage ein: «Wann haben Sie zuletzt ausserhalb des Geschäfts oder des Verbandes etwas über Metallbau gelesen, gesehen oder gehört?» 

Mit diesem Hinweis auf die weiterhin geringe öffentliche Sichtbarkeit unserer Produkte aus Metall kündigte Däschler die Kampagne «Metalum» an. Unter dem Dach von metal.suisse soll sie die Vorteile von Stahl, Aluminium, Edelstahl und Bundmetallen materialneutral und faktenbasierend vermittelt werden. «Die Kampagne lebt davon, dass die Betriebe mitmachen – mit Referenzobjekten, Bildern und Geschichten», fuhr Däschler fort. Er rief die Mitgliedunternehmen dazu auf, aktiv an der Kampagne für eine höhere Sichtbarkeit des Metallbaus mitzuwirken. 

Sichtbarkeit ist nicht zuletzt für die politische Arbeit essentiell. Oliver Däschler zeigte sich überzeugt: Wer mit Fakten und Geschichten dauerhaft präsent ist, wird auch im Bundeshaus eher gehört. Die jüngsten Reaktionen der Bundesverwaltung auf die Herausforderungen der Schweizer Stahlbranche zeigt, dass die Anliegen der Branche durchaus ernst genommen werden. Doch einzelne positive Signale sichern keineswegs den langfristigen Erfolg. Im Austausch mit den Bundesbehörden gilt es, permanent dranzubleiben. Eine hohe Sichtbarkeit hilft, den Interessen der Branche bei politischen Themen wie öffentliches Beschaffungswesen, Stromkosten und Dekarbonisierung Gehör zu verschaffen. 

Damit leitete der Fachverbandspräsident zum Arbeitsprogramm 2027, fasste dabei die wichtigsten Punkte der Strategie 2025–2028 zusammen und betonte die weitere Stärkung der strategischen Allianz mit branchennahen Verbänden und Institutionen. 

Berufliche Grundbildung 
Mathias Hächler informierte als Präsident des entsprechenden Ressorts über die berufliche Grundbildung. Ein Blick auf die Statistiken der Qualifikationsverfahren 2026 zeigte: Nach dem Spitzenwert im Jahr 2025 haben dieses Jahr etwas weniger Personen eine Ausbildung in einem Metallbauberuf abgeschlossen, nämlich 516 – was jedoch stabil im Durchschnitt der Jahre 2023 und 2024 liegt. 

Als Unterstützung für die Ausbildung von Lernenden wurde im Spätsommer ein neuer Ordner «Handbuch für Ausbildungsverantwortliche» veröffentlicht. Weiter informierte Hächler über eine Anpassung bei der Subventionierung der überbetrieblichen Kurse und präsentierte anhand einer grafischen Zeitschiene den Stand der Totalrevision der drei Berufsprofile Metallbaukonstrukteur/in EFZ, Metallbauer/in EFZ und Metallbaupraktiker EBA. 

Die Grundbildungskommission sucht übrigens ein neues Mitglied für das Ressort Metallbau, Interessenten sind herzlich eingeladen sich zu melden. 

Höhere Berufsbildung 
Stefan Gutknecht berichtete aus der Weiterbildungskommission für die Höhere Berufsbildung. Das Jahr 2026 verbuchte 18 neue Metallbau-Produktions- und Montageleiter/innen, 8 Metallbau-Projektleiter/innen, 40 Metallbau-Teamleiter Produktion und Montage sowie 22 Teamleiter/innen Konstruktion und Montage. Im Herbst konnten 2 neue Metallbau-Werkstatt- und Montageleiter sowie 28 neue Metallbaumeister ihren Abschluss feiern. An den Bildungsstandorten SMT Basel, gibb Bern und BZT Frauenfeld zusammengenommen sind 38 Personen auf dem Weg zum Höheren Fachausweis als Metall- und Fassadenbautechniker/in. 28 Personen studieren aktuell Bauingenieurwesen mit Studienrichtung Gebäudehülle. 

Als Herausforderung für die Branche erwähnte Gutknecht das Ziel, die Regionalverbände sowie die Berufsfachschulen in die Werbung für die Weiterbildung einzubeziehen. Im Rahmen eines Workshops wurden dazu Ziele und Massnahmen definiert. 

Sowohl in der Grundbildung als auch in der Höheren Berufsbildung werden die ergänzenden  Lehrmittel in den Sprachen D/F/I für die revidierten Lehrgänge weiterentwickelt.

Technische Kommission 
Niklas Dula berichtete als Vorstandsmitglied auf Französisch aus der Technischen Kommission (TK). Zum Einstieg stellte er die umgesetzten und geplanten Optimierungen der Brandschutzplattform vor. Die Focus-Seminare, auch dieses Jahr wieder mit sieben Terminen in verschiedenen Regionen, behandelten unter anderem das Thema Umweltlabels (Minergie-ECO, DGNB), die Norm EN1090, Flüssigkunststoffabdichtungen sowie den thermischen Glasbruch. Weiter kündigte Dula die Technische Fachtagung 2027 an mit dem Thema: Türen im Spannungsfeld der Anforderungen.

Mitte Juli 2026 wurde die neue Normenplattform aufgeschaltet, sie läuft seither stabil und Problemlos. Sie bietet Zugang zu allen, laufend aktuell gehaltenen SIA-Normen und branchenrelevanten Fachnormen – ein bedeutender Mehrwert für die Mitgliederbetriebe zu sehr attraktiven Konditionen. 

Wirtschaft und Kommunikation 
WIKO-Präsident Roland von Allmen fasste die aktuellen Tätigkeiten der Kommission Wirtschaft und Kommunikation (WIKO) zusammen. Die Nachwuchsförderung schlug sich 2026 bei erhöhtem Interesse bei potenziellen Lernenden nieder. Im Lauf des Jahres wurden neun zusätzliche Botschafterinnen und Botschafter geschult, womit die Gesamtzahl schweizweit nun 68 beträgt. 

Die Social-Media-Kampagne 2026 auf Facebook und Instagram brachte ein mehrfaches an Besucher auf die Webseiten von metall+du; die Webstatistiken zeigen eine Reichweite von fast 180'000 Personen, die Webseite «Offene Lehrstellen» verbuchte über ein Drittel mehr Besucher als vor der Kampagne. Eine effektive Massnahme ist auch die Plattform «Lehrberufe Live!», bei der Lernende anderen Jugendlichen ihren Beruf via Video-Streaming vorstellen. Von Allmen rief die Mitgliederbetriebe dazu auf, die Chance 2027 zu ergreifen und an «Lehrberufe Live!» teilzunehmen.  

Zum Schluss bot der WIKO-Präsident einen Überblick der Daten der SwissSkills 2027 – von der Vorselektion am 13. März und deren Auswertung am 3. April über den Briefingtag am 23. April bis hin zu den eigentlichen Wettkämpfen vom 14. bis 18. September 2027 in Bern. Die Mitglieder wurden aufgefordert, die zur Verfügung stehenden Flyer für die Berufsmeisterschaft fleissig zu verteilen. 

Finanzen: Ergebnis 2026
Budget und Mitgliederbeiträge 2027 
Raphael Senn, neuer Vorstandsverantwortlicher Finanzen, erwartete für das laufende Jahr 2026 einen positiven Abschluss. Die Informationen zum Budget 2027 waren den Teilnehmern vorgängig zugestellt worden. Senn fasste sie wichtigsten Kennzahlen zusammen. 

Im Budget 2027 wird ein ausgeglichenes Jahresendergebnis 2027 angestrebt. Dennoch wurde der betriebliche Ertrag höher veranschlagt als 2026, und auch der Bruttogewinn sollte geringfügig höher ausfallen. Dahinter stehen einerseits die seit laufendem Jahr höheren Mitglieder- und Partnerbeiträge, andererseits zusätzliche Erträge aus den Dienstleistungen 

«Ein höherer Ertrag bedeutet bei Metaltec Suisse immer auch mehr Leistung – und damit mehr Aufwand», wie der Finanzverantwortliche es ausdrückte. Sprich: «Wir planen ein deutlich höheres Geschäftsvolumen, investieren mehr in unsere Leistungen und Projekte und können trotzdem eine schwarze Null budgetieren.»

Oliver Däschler stellte im Namen des Vorstandes den Antrag auf Genehmigung des Budgets 2027 sowie die Mitgliederbeiträge 2026 in gleichbleibender Höhe wie im Vorjahr.

Abstimmungen 
Die Fachverbandsversammlung stimmte wie folgt ab:

  • Arbeitsprogramm 2027: einstimmig angenommen
  • Mitgliederbeiträge 2027: einstimmig angenommen
  • Budget 2027: einstimmig angenommen 

Präsident Oliver Däschler dankte den Verbandsmitgliedern für das entgegengebrachte Vertrauen. 

Anträge: Finanzierung Metalum 
Ein eigener Antrag aus dem Vorstand Metaltec Suisse betraf die Beteiligung an der Finanzierung von «Metalum» zusammen mit anderen Branchenverbänden. Die Kampagne soll die Metalle im Bau stärker sichtbar machen und die öffentliche und politische Kommunikation unterstützen. Metalum fungiert als Dachmarke für alle Metalle, von Stahl über Aluminium bis zu Buntmetallen und Edelstahl, wobei in der Kommunikation stets das Prinzip der Materialneutralität gilt. Vorgesehen ist seitens Metaltec Suisse ein jährliches Kampagnenbudget von rund 300’000 Franken, das über Beiträge der Mitgliederbetriebe mitfinanziert werden soll. Die Kampagne soll vorerst für fünf Jahre laufen, anschliessend besteht die Option zur Verlängerung um die nächste Strategieperiode. Der Vorstand legte der Versammlung dafür ein Beitragsmodell zur Beschlussfassung vor. Die Anwesenden äusserten sich in diversen Voten grundsätzlich positiv und genehmigten die Kampagne Metalum.

Getragen wird die Metalum von Metaltec Suisse sowie den zwei branchenverwandten Verbänden metal.suisse und dem Stahlbau Zentrum Schweiz (SZS)– mit ihren jeweiligen Präsidentinnen Valentina Wetter (Mitinhaberin H. Wetter AG) und Nationalrätin Diana Gutjahr als engagierte Persönlichkeiten an der Spitze. 

Neue Brückenfunktion für die Romandie 
Der Verband Metaltec Suisse erhält am Standort Aarberg per 1. Januar 2027 Verstärkung: David Krienbühl wird neu in einer Doppelrolle als Projektleiter WIKO sowie als Koordinator Romandie eine wichtige Brückenfunktion übernehmen. Dabei wird er sechs Sektionen koordinieren und die Bedürfnisse der Westschweiz in die nationalen Kommissionen tragen. 

Wichtigste Termine 2027 
Zum Schluss wurde an die wichtigsten Termine 2027 erinnert: 

  • 02.04. 2027: Fachpräsidententagung 01-2027, Olten
  • 18.06.2027: Fachverbandsversammlungen und Delegiertenversammlung AM Suisse, Solothurn
  • 03.09. 2027: Fachpräsidententagung 01-2027, Olten
  • 14.-18.09.2027: SwissSkills 2027, Bern
  • 05.11.2027: Fachverbandsversammlungen und Verbandsratssitzung AM Suisse, Luzern

Verbandsratssitzung 
Nach Abschluss der Fachverbandsversammlung Metaltec Suisse wurde zum Stehlunch geladen. Am Nachmittag versammelte sich am gleichen Ort der Verbandsrat des AM Suisse. Informationen dazu entnehmen Sie bitte dem untenstehenden Link.

Bericht Verbandsratssitzung 2026 

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